Über mich

Mein beruflicher Weg begann mit der Musik. Als Pianistin beschäftigte ich mich zunächst mit musikalischer Gestaltung und Interpretation. Im Studium der Rhythmik rückte die Bewegung stärker in mein Blickfeld. Mich interessierte zunehmend, wie sich musikalisches und körperliches Erleben gegenseitig beeinflussen und welche Bedeutung diese Verbindung für menschliche Begegnungen haben kann.
Dieses Interesse führte mich zur Musiktherapie und Tanztherapie und später zur Integrativen Leib- und Bewegungstherapie und Integrativen Therapie. Was zunächst von der Musik ausging, entwickelte sich zu einer umfassenderen Beschäftigung mit dem Menschen, seiner Geschichte, seinen Beziehungen und seinen Möglichkeiten, Erfahrungen auszudrücken.


Viele Jahre arbeitete ich als Musikpädagogin in diversen Schulen und danach als Musik- und Bewegungstherapeutin in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, zuletzt auch mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. In diesen unterschiedlichen Arbeitsfeldern begegnete ich immer wieder der Frage, wie wir einen Menschen verstehen können, ohne sein Erleben vorschnell auf Diagnosen, Erklärungsmodelle oder einzelne Verhaltensweisen zu reduzieren.


Besonders wichtig wurde mir dabei die Leiblichkeit. Unsere Lebensgeschichte ist nicht nur etwas, worüber wir erzählen können. Sie zeigt sich auch darin, wie wir uns bewegen, wie wir anderen begegnen, wie wir auf Nähe und Distanz reagieren oder wie wir unsere Umwelt wahrnehmen.
Ebenso wesentlich ist für mich die Sprache. Worte können Erfahrungen sichtbar machen, Zusammenhänge erschließen und neue Sichtweisen eröffnen. Sie können berühren, verletzen, verbinden und verändern. Zugleich gibt es Erlebnisse, die sich zunächst einer sprachlichen Beschreibung entziehen. Gerade das Verhältnis zwischen dem leiblich Erfahrenen und dem sprachlich Mitteilbaren beschäftigt mich.


In der Integrativen Therapie fand ich meine wissenschaftliche und praxeologische Heimat – einen theoretischen und methodischen Bezugsrahmen – der es ermöglicht, solche Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Meine Weiterbildungen in systemisch-prozessorientierter Aufstellungsarbeit und in der bewegungsanalytischen Methode EMOTORICS – Emotive Body Movement Mind Paradigm haben meinen Blick auf menschliche Entwicklungs- und Beziehungsprozesse erweitert.


Auch wissenschaftlich habe ich mich intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt. Im Rahmen meiner Promotion entwickelte ich die KLBMP- Körper-Bewegungs-Musik-Partitur (jetzt ILMD-Integrative leib-musiktherapeutische Diagnostik), mit der sich körperliche und musikalische Ausdrucksqualitäten in therapeutischen Prozessen differenziert beschreiben und reflektieren lassen. In meinen Veröffentlichungen beschäftige ich mich mit Fragen der Leiblichkeit, der Musiktherapie und zunehmend auch mit den Beziehungen zwischen Musik und Sprache.
Meine Arbeit ist von der Überzeugung getragen, dass therapeutische Praxis und wissenschaftliche Reflexion einander brauchen. Erfahrungen aus der Praxis werfen Fragen auf, die theoretisch weitergedacht werden können. Umgekehrt eröffnen wissenschaftliche Konzepte neue Möglichkeiten, das eigene Handeln zu verstehen und kritisch zu betrachten.


Diesen Austausch erlebe ich auch in meiner Lehrtätigkeit an Universitäten, Instituten und in unterschiedlichen Ausbildungskontexten. Besonders schätze ich Gespräche, in denen vertraute Annahmen hinterfragt werden und aus verschiedenen Erfahrungen neue Einsichten entstehen.
Mein eigenes Lernen geht dabei weiter. Gegenwärtig absolviere ich einen Lehrgang zur Online-Beratung in psychosozialen Bereichen und befinde mich in Ausbildung zur Integrativen Poesie- und Bibliotherapeutin. Die Beschäftigung mit Literatur, Poesie und kreativem Schreiben knüpft an mein langjähriges Interesse an der Sprache an und eröffnet mir neue Fragen zu ihrer Bedeutung in therapeutischen und persönlichen Entwicklungsprozessen.


Was mich auf meinem beruflichen Weg begleitet, ist die Neugier auf den Menschen in seiner Vielschichtigkeit. Ich schätze die Verbindung von therapeutischer Erfahrung, wissenschaftlicher Auseinandersetzung und kreativem Gestalten. Dabei ist mir wichtig, unterschiedliche Perspektiven zuzulassen, eigene Annahmen zu hinterfragen und auch nach vielen Jahren beruflicher Erfahrung offen für neue Erkenntnisse zu bleiben.
Auch jenseits meiner beruflichen Tätigkeit gibt es vieles, das mich beschäftigt und bereichert. Ich lese leidenschaftlich gerne, verbringe Zeit im Garten und arbeite gerne mit meinen Händen. Besonders das Restaurieren alter Möbel hat für mich einen eigenen Reiz: sich auf etwas Vorhandenes einzulassen, seine Geschichte und Eigenart wahrzunehmen und ihm mit Geduld und Sorgfalt neue Lebendigkeit zu verleihen. Und dann ist da noch das Meer, besonders die Nordsee, zu der es mich immer wieder hinzieht. Ich liebe ihre Weite, das wechselnde Licht, den Wind und die besondere Atmosphäre dieser Landschaft.